Zwischen hier und da

Seit ich wieder probe, komme ich weniger zum bloggen. Tatenlos bin ich dennoch nicht. In Lichtgeschwindigkeit rase ich auf den 15. September zu, dem Tag der Buchveröffentlichung, der eine Reise von drei Jahren markieren wird und natürlich trotzdem auch »nur« ein Anfang ist. Der Anfang einer Trilogie z. B., die Geburt, wenn man so will, von etwas das ich noch nicht in Zeiträume fassen kann. Um diesen Tag dreht sich neben den Proben gerade alles. Heute saß ich mit einer wunderbaren Person zusammen, die mir hilft Struktur in die verworrenen Fäden zu bringen. Und je länger wir sprachen, umso mehr kristallisierte sich heraus, wonach ich eigentlich strebe, als Mensch, aber auch als Autorin und Schauspielerin, eigentlich in allen meinen Arbeiten: Wahrhaftigkeit. Ich ertappe mich gerade oft dabei, wie ich sie zu verlieren drohe, z. B. durch Eitelkeiten, wenn ich mir überlege, wie ich mich in der Social Media Welt präsentieren soll/kann/will. Es ist okay eitel zu sein, aber es ist nicht okay sich dahinter zu verstecken, weil man Angst hat, dass das ungeschönte Selbst nicht wertvoll genug ist. Ich möchte echt sein. Ich möchte echten Kontakt mit echten Menschen. On- und offline. Mit meiner Arbeit und in meinem Leben. Und wahrscheinlich werde ich mich noch oft manipulieren und immer wieder Schiss haben. Aber ich nehme es mir vor und starte jetzt. Genau jetzt!

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Fragment: Gelobtes Land

»Du musst sie schlagen, damit sie dich ernst nehmen. Lass dir das gesagt sein. Wenn du zu freundlich bist, tanzen sie dir auf der Nase herum. So wie die da.« Er nickt in meine Richtung. »Wenn ich jemals den Ausweis zum Passieren verloren hätte, weißt du, was mein Vater dann mit mir gemacht hätte?« Weiterlesen „Fragment: Gelobtes Land“

Glück

Die letzten Meter sind wie ein Wettlauf gegen mich selbst. Auftrag zu Ende texten, Recherche vorantreiben, Korrekturen vornehmen, TEXT LERNEN (!), Haus in einen lebbaren Zustand zurückversetzen. Morgen geht’s los. Habe Wochen darauf hingefiebert, dem Ausbruch aus der Routine, einen Monat nichts anderes tun, als proben. Die Kinder, die Tiere und den Haushalt verschweige ich mir selbst gegenüber, das soll jetzt bitte nicht stören in meiner Vision von Freiheit und Selbstbestimmtheit. Früher hätte ich gemordet für ein gut bezahltes Engagement, heute bin ich nur noch damit beschäftigt, es irgendwie in mein Leben hineinzuquetschen. Gleichmut ist irgendwie nicht meins, trotz Yoga und Selbsthypnose. Ach ja, da wollte ich ja auch noch ein paar Bücher … Doch diese kleinen Momente, die ich mir aus meinem engen Zeitkontingent klaue, der kurze Blick zum blauen Himmel, da über meinem Garten; die zwei Minuten Katzen / Hunde / Hasen kraulen; die Lücke hier etwas reinzuschreiben- und sei es nur, um mich wieder im Augenblick zu verankern – die machen glücklich. Solange ich das noch spüre, ist der ein oder andere Sprint vielleicht auch gar nicht so schlimm.

 

 

In the jungle – Willkommen in der Welt der Selfpublisher

Mir qualmt der Kopf. Seit gut drei Wochen begebe ich mich tiefer und tiefer in den Selfpublisher-Marketing-Dschungel und es ist keine Ende in Sicht. Ein Artikel führt zu sechs anderen, die haben wieder fünf weitere Unterthemen etc., etc. Manche sind sehr lustig, also im Sinne von unfreiwillig komisch. So hat eine Seite z. B. eine gute Textaufmachung, aber der Typ auf dem Foto sieht dafür wie aus der Muppetshow aus. Weiterlesen „In the jungle – Willkommen in der Welt der Selfpublisher“

Alte Heimat

Windig und ein bisschen wild, frisch und grün. Die Sonne steht höher. Die Luft riecht anders.  Der Slang, vertraut, als wäre ich immer hier. Steckt alles in mir drin, verpackt in Kisten der Erinnerung, die aufpoppen, sobald ich in den Norden komme, und sich schließen, wenn ich ihm den Rücken kehre. Weiterlesen „Alte Heimat“

Feuer und Aufwind

Mit das merkwürdigste am Schreiben ist ja das Alleinsein. Zumindest in der realen Welt alleine. Im Hirn und auf dem Papier ist ja eine Menge los und durchaus auch mal Getümmel. Umso inspirierender ist es, wenn sich Synergien bilden. So wie es mir vor wenigen Tagen passiert ist. Thema war das Cover meines ersten Bands der GL Trilogie, welches ich bereits entworfen hatte, aber nicht selber professionell umsetzen kann, da zwei Semester Kommunikations-Design für so etwas eben doch nicht ausreichen. Losgezogen bin ich also mit dem Wunsch ein Cover zu bekommen, zurückgekommen bin ich mit einem springendem Herz, dem Kopf voller Ideen und einem Team an Unterstützern. Da macht man sich Gedanken, wie man dieses oder jenes lösen könnte und letztlich gibt es immer nur einen Weg: Raus gehen und sich mitteilen. Eigentlich weiß ich das schon lange, warum vergisst man die klugen Sachen so oft? Nun also zur allgemeinen und eigenen (!) Erinnerung: Jeden Tag einen Schritt gehen und an manchen Tagen gibt’s dafür einen Quantensprung. Oder wie mein Mann zu unserem kleinen Sohn zu sagen pflegte: »Kein Tag ohne Beute!«

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Work in Process – GL Trilogie

Ich laufe jetzt zum fünfzehnten Mal um den Bewegungsplatz. Nicht denken, nicht fühlen. Mein Herz schlägt in dem gleichen Rhythmus mit dem meine Füße die rote, leicht elastische Bahn rund um den Platz berühren. Ich habe vergessen meine Haare zusammenzubinden, die mir nun schweißnass an Kopf und Schläfen kleben. Nicht denken, nicht fühlen. Zum x-Mal passiere ich den etwa zehnjährigen Jungen an der Stirnseite der Bahn, der auf einem einfachen Holzstuhl sitzt und einen monotonen Trommelrhythmus schlägt. Seine kurzen Beine reichen kaum von der Sitzfläche bis zum Boden und er trägt trotz der kühlen Abendluft kurze Sporthosen. War er auch laufen? Soll er ins Bild passen? Was für ein blöder Gedanke. Als wenn ein Kind, in Sporthosen und mit einer Trommel auf dem Schoß, irgendwo hinpassen würde. Weiterlesen „Work in Process – GL Trilogie“

Kroatien 2

Ich hatte einen seltsamen Traum. Zunächst hatte ich eine Autopanne und während ich auf meinen Mann wartete, der mir zur Hilfe eilte, fiel mir ein, dass wir noch ein drittes Kind haben. Ein Baby namens Matilda. Ich konnte mich aber überhaupt nicht daran erinnern, wann ich Matilda zuletzt sah, geschweige denn, wo sie nun steckte. Nur ihre Geburt vage vor Augen, versuchte ich mich krampfhaft zu erinnern, was danach passierte. Als mein Mann kam, rief ich ihm zu »Wir haben Matilda vergessen!« – nun schon einigermaßen in Panik Weiterlesen „Kroatien 2“

Kroatien, 1

Ich fahre in den Urlaub, um zu schreiben. Meine Herzensfreundin S. regte an, ich könne doch auch mal nix tun, aber der einzige Sinn an den Strand zu gehen besteht für mich darin, endlich meine Ruhe zu haben. Nicht, das ich das türkisfarbene Meer und die Sonne verschmähen würde, aber während der Rest der Familie herum schnorchelt, oder auf Luftmatratzen dahintreibt, hocke ich in merkwürdigen Positionen im Schatten – Po in der Luft, Kopf über das Heft gebeugt; mit angezogenen Knien, das Heft auf den Oberschenkeln balancierend; verknotet vor der Kühlbox, die als Tisch dient – es ist sau-unbequem, macht aber glücklich. Weiterlesen „Kroatien, 1“

Selfpublishing Day

architecture-3309203_1920Ich habe gewonnen. Ich gewinne nie und jetzt habe ich etwas gewonnen. Ein Ticket für die Selfpublisher Days im Mai. Ich sah die Ausschreibung, dachte »Knorke, genau das, was ich brauche« und habe mitgemacht. Schließlich plane ich selbst, als Selfpublisherin zu veröffentlichen und was wäre gescheiter, als eine Messe mit Profis zu besuchen, die meine Wissenslücken schließen können? Auf das Datum habe ich gar nicht richtig geachtet, irgendetwas mit Mai, mein Gehirn hat den 30. dazu fabuliert, »passt schon«, hab ich gedacht und das ich ja sowieso nie etwas gewinne. Zumindest nicht bei Preisausschreiben. Aber nun habe ich gewonnen, mich entsprechend gefreut und dann festgestellt, dass ich keine Zeit habe. Der Selfpubisher Day ist nämlich am 26. Mai und nicht am 30. Und da kann ich nicht. Gar nicht. Auch nix schieben.

Zunächst gefror ich in Scham (Oh Gott, dass muss ich denen jetzt ja sagen, wie peinlich!), dann fragte ich zwei Autorenkolleginnen, ob die statt meiner gehen möchten, aber die können auch nicht. Schließlich überwand ich mich und beichtete den Ausschreibern, dass ich nicht damit gerechnet habe zu gewinnen und nun leider dankend ablehnen muss. Fanden die jetzt auch nicht so tragisch, man nimmt sich dann halt doch immer wichtiger, als man ist. Nun darf jemand anderes dort hin. Ich habe derweil gleich noch einige weitere Preisausschreiben mitgemacht, den Lauf gleich ausnutzen! Das Schloss nehme ich auch. Ehrlich, ohne Wenn und Aber!