Fragment: Gelobtes Land

»Du musst sie schlagen, damit sie dich ernst nehmen. Lass dir das gesagt sein. Wenn du zu freundlich bist, tanzen sie dir auf der Nase herum. So wie die da.« Er nickt in meine Richtung. »Wenn ich jemals den Ausweis zum Passieren verloren hätte, weißt du, was mein Vater dann mit mir gemacht hätte?«

Jame schüttelt den Kopf.

»Er hätte mir die Nase gebrochen.«

Der Wächter markiert einen Faustschlag dicht vor meinem Gesicht. »Zack! Und genauso musst du es mit den Frauen machen. Dann gehorchen sie.« Grinsend mustert er mich. »Aber wie ich sehe, hat das schon jemand erledigt.«

Er schiebt den Ausweis in ein Kartenlesegerät, es piept, dann leuchtet ein orangenes Lämpchen. Der Wachmann reicht Jame den Ausweis zurück. »Eine Stunde fünfundzwanzig. Das nächste Mal lasse ich euch so knapp nicht mehr durch. Merk dir das.«

Mein Bruder nickt. Bevor ich ins Boot zurücksteigen kann, schnappt der Wächter nach meinem Handgelenk. »Pass auf den Ausweis auf, denn sonst …« Er schnalzt mit der Zunge und lässt mich los. Jede Ähnlichkeit mit Jul ist verschwunden. Ich hasse diesen Mann und ich weiß auch, was ich das nächste Mal mit ihm tun würde. So ruhig wie möglich steige ich in das Boot. Ohne ihn eines weiteren Blickes zu würdigen, manövriere ich uns aus dieser fürchterlichen Stadt hinaus und halte erst an, als auch die letzten Lichter hinter uns in der Nacht verschwunden sind.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s